Andamanen

Heute ist unser Urlaub leider zu Ende. Schnief, schnief.

Wir sitzen gerade in Chennai am Flughafen und warten darauf, dass wir um 21:44 Uhr nach Dubai fliegen können. Dort kommen wir dann so um 24 Uhr an und erst um 9 Uhr in der früh geht es dann weiter nach München. Grrrr. Horror. Aber mal sehen, beim Hinflug haben wir in Dubai so Liegen erspäht und wir hoffen, dass wir so eine ergattern können.

Auf den Andamanen war es wirklich noch so schön, dass wir jetzt supererholt zu Hause ankommen. Wir haben fast nur geschlafen und gelesen und sind in einer Hängematte hin und hergebaumelt. 

Zum Refreshen sind wir dann ab und an ins Meer gekullert und haben uns da von 30 Grad warmem Wasser umspülen lassen. Leider konnte ich am Strand nie so richtig relaxen, bzw. im Wasser, weil letztes Jahr eine Frau am Beach number 7 von einem Krokodil aufgefressen wurde. Das hat mich irgendwie ständig verfolgt und ich habe im Meer immer nach zwei lauernden Krokodilsaugen Ausschau gehalten. Jeden Abend habe ich jemand anderen von unserem Hotel gefragt, ob er hier schon einmal ein Krokodil gesehen hat, oder einen Hai oder eine Seeschlange und wieso er denn denkt, dass ich nicht aufgefressen werde und was man denn machen muss, wenn man ein Tier sieht und was die Frau denn falsch gemacht hat, dass sie von einem Krokodil gefressen wurde und ob das nicht auch ich sein könnte. Na, wir wollten ja dann auch noch Schnorcheln gehen, was für eine Challenge für mich.

Ich habe beschlossen, dass wir nicht nur zu zweit gehen sollten, da falls das Krokodil kommt, die Chancen 50-50 stehen, dass einer von uns gefressen wird. Eine Gruppe in deren Mitte ich schnorcheln kann habe ich für gut befunden. Also haben wir über das Hotel einen superteuren Ausflug gebucht. Der hat 60 Euro gekostet (für beide) und sowas teures haben wir uns in ganz Indien nicht gegönnt. Naja, safety first, dachte ich mir und zückte den Geldbeutel. 

Also gut, dann sind wir am Donnerstag in der früh los. Der Typ, der uns abgeholt hat, meinte dann gleich, dass wir auf dem Boot heute nur zu zweit sind (lucky you) und wir noch einen Guide dabei haben. Waaaah, da war die Panik schon wieder ganz groß! Aber durch den Guide konnten wir wenigstens die Chance unseres eigenen Todes um 33 Prozent senken. Auf jeden Fall sind wir dann mit dem Guide, der sehr unfreundlich war, zuerst zu einem Leuchtturm gefahren und haben da geschnorchelt. Das war sehr schön, es gab zauberhafte Korallen und wir haben sehr viele Clownfische und Papageienfische und so gesehen. Echt cool. Und riiiiesige Muscheln und so.

Nachdem wir dann dort eine Stunde geschnorchelt haben, sind wir weiter zum Elephant Beach, dem bekanntesten Schnorchelspot auf Havelock. Man kann da direkt vom Strand aus losschnorcheln und es gibt sehr schöne Korallen und so. Wir kommen also am Strand an und was müssen meine Augen da sehen? Was trübt den paradiesischen Anblick des türkisen Meeres und des weißen Strandes? Ein riesiges Schild steht am Strand auf dem ein fies aussehendes Krokodil abgebildet ist. Es hat hypnotische Augen und ein fettes Gebiss. Darüber steht in großen Lettern: crocodiles recently sighted. Swimming not recommended!

Waaaah! Ein Alptraum wurde wahr!

Ich konnte es kaum fassen, da steht dieses riesige Schild und die schippern die Touris an diesen Strand um zu Schnorcheln? Was ist denn in die indische Tourismusindustrie gefahren? Naja, dann habe ich gesagt: Nein danke, ich schnorchle nicht, da ich nicht lebensmüde bin. 

Der Guide hat meine Gründe natürlich gar nicht verstanden und dann haben wir mit anderen Touris gesprochen und die meinten, sie waren zwar drin, haben sich aber nicht wohl gefühlt und es wäre auch sehr beautiful und amazing. Naja, dann dachte ich, ich stelle mich wohl nur an und bin dann doch mit Andy und dem Guide rein. Aber ich konnte gar nicht nach unten zu den Korallen schauen, weil ich so Angst vor dem Krokodil hatte. Bei jedem Stein dachte ich, das sein eines und ich bin immer aufgetaucht um nach den zwei evil Krokodilsaugen Ausschau zu halten. Nach 10 Minuten habe ich dem Trauerspiel von Schnorchelausflug ein Ende bereitet und das Wasser verlassen. Mittlerweile habe ich auch Andy in Panik versetzt und auch er ist mit mir wieder raus. Der Guide ist uns mit verständnislosem Gesichtsausdruck gefolgt. Er meinte dann, das Krokodil sei vor 2 Monaten hier gewesen aber jetzt ist es wieder weg. Das habe ich ihm natürlich gar nicht geglaubt. Hat es sich von ihm verabschiedet, oder was?

Dann haben wir uns an den Strand gesetzt und eine Kokosnuss getrunken. Die ganzen anderen Leute, die auch an dem Strand waren, sind dann mit dem Glasbodenboot gefahren, aber das war uns zu dumm. Naja. Dann sind wir wieder heim und waren sauer auf den Guide und auf unser Hotel, das so eine doofe Tour veranstaltet. Die waren aber glaube ich auch sauer auf uns, weil wir nicht rein sind.

Aber ich finde, warum steht da auch so ein Schild, wenn es wirklich kein Krokodil gibt? Jedenfalls haben wir den Schnorchelausflug überlebt und das ist doch das wichtigste. Eigentlich hatten wir bei dem ersten Schnorchstopp schon alles gesehen und so viel neues wäre auch nicht mehr gekommen.

Ach ja, die geilste Konversation mit unserem Guide war übrigens beim ersten Stopp:

Er: "A turtle"

Ich: "Where?"

Er: "It's gone!"

Ich: "Oooooh"

Und das sagt eigentlich schon alles über seine Qualitäten aus. Er hat uns nämlich gar nichts gezeigt und hatte auch keine Lust auf einen Schnorchelausflug. Ich glaube, er wollte lieber Tauchen gehen oder so. Jedenfalls würde ich den Schnorchelausflug nicht noch einmal machen. 

 

Ansonsten sind die Andamanen echt ganz toll und man kann die Inseln nur empfehlen. Allerdings sollte man nicht so schreckhaft sein wie ich, dann kann man das wirklich komplett genießen. Aber es ist wirklich ein kleines Paradies, ihr könnt euch ja die Fotos anschauen, die verraten ein bisschen, wie es war. Man kam sich dich ganze Zeit vor, als würde man auf einer Postkarte rumlaufen. Oder als wäre man Teil eines Hintergrundbildes auf dem Computer. 

 

Bis bald @home

Andy + Lydia

 

Ohne WiFi nix los

Hallo zusammen,

leider koennen wir euch aus Infrastruktur-technischen Gruenden keine neuen Beitraege hochstellen. Fertig waeren sie schon alle, aber wir bekommen sie leider nicht vom iPad ins Internet, weil wir keine WiFi Verbindung haben. Werden dies nachholen, sobald wir wieder online sind. Im schlimmsten Fall erst zuhause und dann ists wahrscheinlich eh schon Wurst.

Also nochmal fuer alle: Uns geht es gut. Wir chillen gerade auf den Andamanen ab und geniessen das schoene Wetter und das tuerkisfarbene Meer. Heute und gestern haben wir die Insel mit dem Motorrad bereist und morgen machen wir einen Schnorchelausflug. Ein gelungener Abschluss unserer Indienreise!!!

Bis bald ihr alle und liebe Gruesse
Andy+ Lydia
 

Welcome to Paradise

Weiße, menschenleere Sandstrände, türkisblaues Wasser und tolle Palmen - da sind wir gerade. Hier auf den Andamanen ist es wirklich toll und wir chillen hier einfach nur rum und erholen uns vom Urlaub. Wir haben uns ein Motorrad ausgeliehen und sausen auf der Insel rum und liegen am Strand oder auf unserer Luftmatratze. Wenn uns langweilig ist, trinken wir eine Kokosnuss oder essen im Restaurant. Morgen gehen wir schnorcheln. Ansonsten nichts.

Viele Grüße

Andy und Lydia

Jaisalmer -Delhi - Kolkata - Port Blair

 

Wir sind ja vorgestern so um 17 Uhr in Jaisalmer in den Zug gestiegen und nach Delhi zurückgefahren. Dort sind wir gestern um 12 Uhr Mittags dann angekommen. Die Zugfahrt war echt entspannt und wir können mittlerweile auch sehr gut im Zug schlafen.

Von Delhi aus ging unser Flug dann um 18:40 Uhr nach Kolkata (früher Kalkutta). Da wir also noch so viel Zeit dazwischen hatten, haben wir beschlossen, dass wir uns noch ein bisschen Delhi anschauen und vielleicht unsere schlechte Meinung, die wir anfangs über die Stadt hatten, nochmal revidieren würden. Doch weit gefehlt. Kaum sind wir aus dem Bahnhof raus, um eine Rikscha zu organisieren, wurden wir wieder nach allen Regeln der Kunst abgezockt.

Leider war es auch nicht möglich, die Preise in irgendeiner Weise zu verhandeln, da uns dann einfach niemand gefahren hätte. Also gut, wir sind also nochmal in die Stadt und haben uns Humayuns Grab angeschaut und sind nach Nizzamundin und haben uns da noch ein bisschen umgeschaut. Danach waren wir noch gemütlich was essen gegangen. Und wie es der Teufel so wollte, war es dann schon halb 5. Dann haben wir beschlossen, wir müsste jetzt dann so langsam los. Als die Rikschas uns aber dann nur überhöhte Preise angeboten haben, um uns zum Bahnhof zu fahren (da war nämlich noch unser Gepäck) haben wir noch ewig rumüberlegt und immer wieder neue Fahrer gefragt. Irgendwann haben wir dann einen gefunden, der wenigstens nach Rikschameter fahren wollte. Der hat uns dann aber auch nur zur nächsten U-Bahn-Station Gefahren und meinte, dass wir so am schnellsten zum Bahnhof kämen. Die U-Bahn war aber so voll, dass wir in die nächsten 3 Züge bestimmt nicht reingepasst hätten, also sind wir wieder raus und die lustige Rikschafahrersuche ging weiter. Schließlich haben wir dann jemanden gefunden und der hat uns dann zum Bahnhof gefahren. Leider war Abt Rush Hour und die Fahrt, die vorher ca. 15 Minuten gedauert hat dauerte jetzt ca. 1 Stunde. Da waren wir schon total in Panik, sind ratzfatz in ein Taxi gesprungen und haben dem Fahrer Damof gemacht, dass wir unseren Flieger erwischen müssen. Leider war hier aber auch Rush Hour und der Flughafen war auch weit außerhalb. Mittlerweile haben wir schon nicht mehr gedacht, dass wir den Flieger noch erwischen. Andy hat dann auf der Taxifahrt aber noch schnell im Internet nachgeschaut und rausgefunden, dass unser Flugzeug 1 Stunde Verspätung hatte. Yippiehyayo! Wir sind dann um 18:30 am Flughafen angekommen und der Flug wurde auf 19:45 verschoben. Gott sei dank. 

Naja, dann haben wir eingecheckt und erfahren, dass wir unser Gepäck erst wieder am nächsten Tag bekommen, da das gleich weiter nach Port Blair fliegt. Wir hatten aber noch eine Nacht in Kolkata vor uns. Also sind wir zum Gate und dann ist uns eingefallen, dass wir ja gar kein Duschgel hatten. Aber natürlich noch massig Zeit. Also sind wir wieder vorgebummelt und haben geschaut, wo wir denn ein Duschgel kaufen könnten. Vor lauter Bummeln hätten wir dann fast schon wieder die Zeit vergessen und haben dann auf einmal auf der Anzeigetafel gesehen, dass unser Flug schon boardet. Also mussten wir die Beine in die Hand nehmen und sind durch den ganzen Flughafen gerast, um auch noch mit in Denkfreiheit zu kommen. Das haben wir dann auch noch ganz knapp geschafft. Yeah. Danach hat alles wieder ganz hervorragend geklappt: Eine Nacht in Kolkata, dann der Flug nach Port Blair und dann das Übersetzen mit der Fähre nach Havelock!

So ging der Reisetag wenigstens noch gut aus. Als wir auf Havelock angekommen sind, war es schon dunkel, da die Sonne hier schon um 16:30 untergeht (die Insel will nämlich an die Zeitzone von Indien angeschlossen bleiben, obwohl sie so weit weg sind). 

 

Wir sind jetzt erstmal froh, dass wir hier sind.

 

Viele Grüße

Andy und Lydia

 

Jaisalmer - eine Kamelsafari mit schmerzhaften Folgen

Am Mittwoch in der früh sind wir ja von Udaipur nach Jodphur geflogen. Nach Plan wären wir so um 14 Uhr dort angekommen und dann hätten wir uns noch das Jodhpur Fort angeschaut, da das sehr bekannt ist, und dann wären wir um 23.00 Uhr mit dem Zug nach Jaisalmer weitergedüst. Leider hatte unser Flug dann ca. 2 Stunden Verspätung und bei dem Zug waren wir dummerweise immer noch auf der Warteliste. Das heißt, wir wussten nicht sicher, ob wir mit dem Zug wirklich nach Jaisalmer gekommen wären. Dann haben wir also umentschieden und sind mit dem Bus nach Jaisalmer gegondelt. Andy hatte zuerst keine Lust auf die Busfahrt, weil der Bus von Ajmer nach Pushkar total überfüllt war und die Beinfreiheit ein bisschen zu wünschen übrig ließ. Aber wir sind dann mit dem privaten Bus gefahren und das war dann wirklich komfortabel. Allerdings begleitete uns die ganze Fahrt die über 3 Oktaven klingende Hupe unseres Busses, die ohrenscheinlich direkt unter unserem Sitz angebracht war. Man muss wissen, dass hier auf den Straßen das Recht des Stärkeren herrscht, sprich je größer das Fahrzeug desto größer die Vorfahrt. Und so hupten wir uns mit unserem doppelstöckigen Bus den Weg nach Jaisalmer frei. Wenn er nicht gestorben ist, dann hupt er noch heute. 

Naja, wir sind so um 21 Uhr im Hotel angekommen und haben dann gleich beim Hotel eine Kamelsafari für den nächsten Tag ab 7 Uhr gebucht, mit einer Übernachtung unter dem Sternenhimmel in der Wüste Thar. Am nächsten Tag reitet man dann noch 2 Stunden Kamel und wird mit dem Jeep wieder abgeholt. Wir fanden es am Anfang voll schade, dass wir am zweiten Tag nur noch so kurz hatten, aber schon bald war uns klar, dass das eine der besten Entscheidungen unseres Urlaubes war. 

Also gut, gestern um 7 Uhr ging es von unserem Hotel los. Wir sind zusammen mit einem niederländischen Pärchen und 4 Franzosen mit dem Jeep abgeholt worden. Dann sind wir in die Wüste rausgefahren und da haben auch schon die Kamele auf uns gewartet. Wir sind nur mit den Niederländern in der Gruppe geritten, da die Franzosen zwei volle Tage gebucht hatten. Also gut, dann hieß es erstmal rauf aufs Kamel. Das war am Anfang schon noch ganz lustig. Vor allem, weil das Kamel so schnell aufsteht und auch so lustig läuft. Alles wackelt, es ist fast wie auf einem kleinen Boot oder so. Naja, als wir dann nach 1 Stunde eine Pause gemacht haben, hat man schon gemerkt, dass man einen ordentlichen Muskelkater bekommen wird. Als wir noch eine Stunde länger geritten sind, habe ich die Pause schon ein bisschen herbeigesehnt. Wir (die vier Touris) sind dann im Schatten eines Baumes gelegen und haben voll geschlafen, während die Kameltreiber (die die ganze Zeit neben uns hergelaufen sind) für uns gekocht haben, etc. Ganz schön faul von uns, aber wir waren wirklich fertig von dem Rumgehopse. Als wir nach der Mittagspause wieder hoch mussten, fand ich alles schon gar nicht mehr so lustig und mir taten die Beine und die Leisten ordentlich weh. Dann haben wir in einem Dorf den nächsten Stop gemacht und wir wurden gleich umringt von irgendwelchen Kindern, die unbedingt ein paar Rupis haben wollten oder ein Foto mit uns. Das war etwas nervig. Dann hieß es aber auch schon wieder: rauf auf's Kamel. Das letzte Stück war dann am schlimmsten. Unsere Kamele sind nämlich bis dahin ganz normal gegangen. Voll langsam und gemütlich. Jedenfalls hat der Kameltreiber dem Kamel dann einen kleinen Klaps gegeben und das Kamel hat angefangen zu traben. Und wie es getrabt ist, kann ich euch sagen. Das hat so WEH getan. Ich hing nur noch fix und fertig auf dem Kamel und ich habe es gehasst. Ich bin immer wieder auf und nieder geplumpst und es gab keine Steigbügel, an denen man seine Füße einhaken konnte noch sonst irgendwas. Es war ganz schlimm. Ich saß also nur noch mit schmerzverzerrtem Gesicht auf dem Höllentier und so trabten wir dahin. Irgendwann hat mein Kamel dann eine kleine Futterpause gemacht und ist danach wieder langsam weitergelaufen. Andy und der Guide hingegen sind weiter durch die Wüste geheizt und Andy saß wie paralysiert auf seinem Kamel. Puuh, ich war so froh, das meines irgendwann gestoppt hat, weil ich glaube, dass ich es vielleicht sonst einfach nur noch gehasst hätte. 

Ich war jedenfalls so froh, als wir endlich an unserer Übernachtungsstätte angekommen waren. Halleluja!!! Ich konnte fast nicht mehr absteigen und im Laufe des Abends hatte ich dann Angst, einen Bandscheibenvorfall zu haben, weil mein ganzer Rücken rauf und runter weh getan hat. Die Guides haben dann noch für uns gekocht und auch die Franzosen von der anderen Gruppe haben mit uns übernachtet, was eigentlich ganz lustig war. Leider war der Himmel etwas bewölkt, weshalb wir nicht so viele Sterne gesehen haben. Aber die Kameltreiber haben dann noch viele Lieder gesungen und es war echt ganz cool. Das einzige, was die Idylle getrübt hat waren die rülpsenden und röhrenden Kamele (die mich immer wieder daran erinnert haben, dass ich wieder auf sie drauf muss) und dicke schwarze eklige Wüstenkäfer, die einen sogar in die Zehen gebissen haben. Auch sehr eklig.

In der Nacht haben wir aber ziemlich gut geschlafen und es war auch wirklich eine tolle Erfahrung. Da in dieser Nacht auch noch Vollmond war, wurde die Wüste wie von einem Scheinwerfer hell erleuchtet.

Naja, heute morgen hatte ich dann ungefähr so einen schlimmen Muskelkater, dass ich nur noch lachen konnte, weil weinen wäre zu peinlich gewesen. Und dann war der schreckliche Moment da, als der Guide wieder gesagt hat: "Now we will ride the camel for another 2 hours". Ich dachte, ich falle auf der Stelle tot um. Niemand von unserer Gruppe wollte nochmal drauf, aber dann wollte ich mir die Blöße auch nicht geben, zu laufen. Zudem hatte unser Guide auf unsere Anregung hin kleine Steigbügel geformt, die uns das Reiten erleichtern sollten. Wir verabschiedeten uns also von den Franzosen, die ja noch einige höllische Kamelstunden mehr gebucht hatten, und ritten los. Ich war so am Ende, ich kann es euch kaum sagen. Zu allem Überfluss konnte ich als einzige die Steigbügel nicht benutzen, weil die irgendwie zu kurz waren und meine Füße irgendwo am Hals vom Kamel rumgebaumelt sind (nicht Sinn der Sache). Also saß ich wieder in alter Wassersack-Manier auf dem Kamel. Mein Kamel hatte ungefähr so viel Lust wie ich auf die Wüstentour und hat an jedem Strauch angehalten, um etwas zu essen. Ich fand es gut, weil es dann still stand und ich auch kurz chillen konnte, aber danach hat der Guide dem Kamel wieder einen Klaps auf den Hintern gegeben und es ist wieder losgetrabt. Aua! Ich habe die zwei Stunden vor Schmerzen nur noch gelacht und als ich dann endlich ein Auto am Horizont erspähte, habe ich gleich gefragt, ob das unser Auto sein würde und der Guide meinte, dass wir noch 10 Minuten länger reiten müssen. Das war der Moment an dem ich fast in Tränen ausgebrochen wäre. Also wir dann endlich da waren, war ich so froh. Leider konnte ich nicht mehr aus eigener Kraft absteigen, also musste mich Andy von dem Kamel runterziehen. Ich war so fertig! Puuuuh!

 

Insgesamt würde ich eine Kamelsafari definitiv wieder empfehlen, weil es wirklich lustig ist und man coole Sachen sieht. Auch die Nacht in der Wüste macht echt Laune. Allerdings glaube, ich, dass ich aus den davor genannten Gründen keine mehr machen werde.

Als wir dann wieder im Hostel angekommen sind habe ich gleich mal geduscht und danach nochmal geschlafen. Leider bin ich fast nicht mehr aus dem Bett rausgekommen, weil mit alles so weh getan hat. Jetzt gerade waren wir noch ein bisschen in der Stadt und haben ein paar Souvenirs gekauft und etwas gegessen.

Morgen um 17 Uhr fahren wir mit dem Zug nach Delhi und fliegen danach nach Kolkata. Von dort aus geht's dann auf die Andamanen. Juhuuu!

 

Viele Grüße

Andy und Lydia 

Udaipur

Am Sonntag Abend sind wir mit dem Zug um 1 Uhr in der Nacht von Ajmer nach Udaipur gefahren. Da Andys Freunde Anabelle und Chris die gleiche Strecke geplant hatten, haben wir uns gemeinsam mit denen ein Taxi von Pushkar nach Ajmer geteilt und sind dann so um halb 12 am Bahnhof gewesen. Dort hat sich uns dann ein etwas seltsamer Anblick erboten, als wir gesehen haben, dass sich die Inder, wenn sie einen Nachtzug nehmen, wohl einfach in der Bahnhofshalle auf dem Boden legen, um schon vorher zu schlafen. Das war so krass, die ganze Halle war voll mit Indern, die ihr Tuch ausgebreitet haben und da geschlafen haben. Das kann man sich gar nicht vorstellen. Dazwischen, wie immer, ein Haufen Kühe und Hunde. Bei diesem Anblick haben wir gleich mal entschieden, dass wir hier nicht 2 Stunden warten werden. Also dachten wir, wir gehen in eine Bar und warten da. 

Ein Rikschafahrer hat uns dann eine Bar gleich um die Ecke empfohlen. Das war vielleicht eine Spelunke, ich sag es euch. Voll die assi Bar in voll dem assi Hotel. Wenn die anderen zwei nicht dabei gewesen wären, hätte ich auf dem Absatz wieder kehrt gemacht. Naja, so konnten wir wenigstens mal wieder ein Bierchen trinken, denn da es in Indien so viele Hindus gibt, ist das normalerweise nicht üblich, dass man Bier trinkt. Es gibt normalerweise auch nur schwer welches zu kaufen. Aber in der Bar natürlich schon. Jedenfalls war die Bar superassi und der Barkeeper hatte ein Glasauge und es waren nur Männer in der Bar! Annabelle und ich wurden voll komisch angeschaut - vor allem als wir dann auch noch Bier getrunken haben. Sowas macht die indische Frau von heute ja gar nicht. Nach unserem Gute-Nacht-Bierchen sind wir dann in den Zug geklettert und bis nach Udaipur gefahren. Wir haben die ganze Nacht durchgeschlafen, deshalb gibt es von der Zugfahrt nichts besonders zu berichten.

Udaipur ist eine ganz tolle Stadt (berühmt aus dem James Bond Octopussy, falls den jemand kennt. Der Film wird auch allabendlich um 20:15 in allen Bars und Restaurants in Udaipur gezeigt). Wir haben hier viel gechillt, weil das die einzige Stadt war, in der wir etwas länger Zeit hatten, nämlich 4 Tage. Die Stadt ist auch wirklich süß: In der Mitte ist ein hübscher See und auch sonst sieht alles sehr schön aus. Bis jetzt ist das für uns auch die hübscheste indische Stadt, da sie nicht gar so laut und schmutzig ist wie die anderen Städte. Hier kann man es fünfte auch länger aushalten!

 

Am Donnerstagabend haben wir noch einen indischen Kochkurs gemacht. Das wirklich lustig und der Kurs hat bei einer Inderin in der Küche stattgefunden. Das einzige, was ein bisschen strange war, war das während des Kochens immer mal wieder eine Maus über den Küchenbord gerast ist. Aber was soll's. Das Essen hat jedenfalls köstlich gemundet und wir können jetzt den besten Chai Tee der Welt machen und haben auch sonst ein Kochbuch mit leckeren indischen Rezepten bekommen.

 

Das könnt ihr ja dann ausprobieren, wenn wir nach Hause kommen.

 

Viele Grüße

Andy und Lydia

Hippie Town Pushkar

Heute in der Früh sind wir in Ajmer oder besser gesagt in Pushkar angekommen. Pushkar ist ein kleines Städtchen 30 km von Ajmer entfernt. Dort findet jedes Jahr der weltgrößte Kamelmarkt statt.

Schon die Fahrt von Ajmer nach Pushkar war ein Abenteuer für sich. Da es 30 km sind, wollten wir uns nicht extra eine Rikscha mieten und stattdessen den öffentlichen Bus nehmen. Ich denke, jeder hat eine Vorstellung im Kopf, wenn ich von indischen Bussen spreche. Wenn man von draußen durch die Fenster hinein schaut, kann man keine einzelnen Personen ausmachen, sondern nur eine wabernde Menschenmasse. Die Busse sind so überfüllt, dass sich Personen zum Teil auf das Dach setzen oder aus den Türen heraus hängen. Meiner Ansicht nach, sollte jeder einmal diese Erfahrung machen, damit man die Platzverhältnisse in deutschen öffentlichen Verkehrsmitteln wieder zu schätzen weiß.

Unser Pushkar Aufenthalt begann schonmal damit, dass wir am falschen Busbahnhof angekommen sind - was uns keiner gesagt hat - und wir erstmal in die falsche Richtung gelaufen sind. Nach 20 Minuten haben wir dann gecheckt, dass wir irgendwo ganz anders sind und mussten dann durch die ganze Stadt zu unserem Hotel laufen. 

Der nächste Schock kam dann im Hotel, das vom indischen Staat geführt wurde und einen Hauch von Ostblock-Flair versprühte. Besonders liebevoll war der Rezeptionist, der uns ohne Begrüßung fragte: "You have reservation?" Als er dann unseren Voucher in der Hand hatte meinte er nur noch: "Wait here - room is not ready, maybe 30 minutes!"

Pushkar ist ein kleiner, heiliger Ort der Hindus, der irgendwann in den 70er Jahren von Hippies überrannt worden ist und nun eher dem Tollwood Festival in München gleicht, als einer indischen Kleinstadt. Der Ortskern konzentriert sich um den Pushkar-Lake, der von 52 Badestellen (Ghats) gesäumt wird in dem die Hindus ihre rituellen Waschungen vornehmen. Hinter den Ghats findet man ein Touri-Geschäft nach dem anderen in dem Hippieklamotten, Schmuck, Lederwaren und anderer Krimskrams angeboten wird. Auch schmückt sich jedes Restaurant hier mit der Auszeichnung "von der Traveller-Bibel 'Lonely Planet' empfohlen zu sein", obwohl das nur in seltenen Fällten der Wahrheit entspricht.

Nach einer Legende wurde der Pushkar-See von Brahma selbst gebuddelt und ist so heilig, dass hier einmal im Jahr, am Ende der Pushkar Kamelmesse (Pushkar Mela) ein kunterbuntes religiöses Fest stattfindet, bei dem der ganze See mit schwimmenden Kerzen geschmückt wird. Leider konnten wir dem nicht beiwohnen, aber stattdessen haben wir uns die Kamelmesse ausgiebig angeschaut.

Die Pushkar Mela ist wirklich eine Schau. Es erinnert mich ein bisschen an die 1001-Nacht -Ausgabe von der Wiesn, allerdings mit weniger Menschen und dafür mit mehr Kamelen. Wie es sich für ein gscheites Fest gehört gibt es hier natürlich auch ein Riesenrad und mehrere Karusselle, die allerdings per Hand angetrieben werden. Beliebt bei den Touristen sind auch die Kamel-Taxis - reichlich verzierte Handkarren, die von einem Kamel gezogen werden und die die mitfahrenden Touris unweigerlich blöd aussehen lassen.

Der Rummel ist aber nur der eine Teil der Mela. Der andere besteht aus einem riesigen Areal auf dem sich die Kamelbesitzer, deren Kamele und die potenziellen Käufer herumtreiben. Wir sind dann mal querfeldein durch die ganzen Kamelhorden gestapft und haben uns das Treiben angesehen. Besonders in der Abenddämmerung war das ein majestätischer Anblick. Die ein oder andere Touristenfalle haben wir natürlich brav mitgenommen. So sind wir von 2 wandernden Barden mit ihren Sitarklängen um 200 Rupies erleichtert worden und mich hat ein Kamel angerotzt. Gesundheit!

Am Abend haben wir dann noch Annabelle und Chris getroffen. Annabelle ist eine liebe Arbeitskollegin von mir. Wir haben uns zufälligerweise zum selben Zeitraum für das selbe Urlaubsziel entschieden und haben daheim schon ausgemacht, dass wir uns in Pushkar auf einen Kaffee mit Erfahrungsaustausch treffen. Aus dem einen Kaffee wurden dann 3 Abendessen mit gemeinsamen Kamelmessebesuch. Sehr nett!

Bis auf einen kleinen Zwischenfall im Hotel ist uns sonst in Pushkar eigentlich nichts mehr aufregendes passiert. Die Hotelgeschichte erzählen wir euch daheim, um nicht alle Spannung vorneweg zu nehmen. Weiter gehts nach Udaipur.

 

JAIPUR, die Zweite

 Hallo miteinander,

heute gibt es von uns eigentlich nichts besonderes. Wir haben uns heute Jaipur, die pinke Stadt, ein bisschen angeschaut. Das war eigentlich ganz cool. Zuerst waren auf einem Fort und danach waren wir noch bei einem Hindutempel, der größtenteils von Affen besiedelt war. Das war sehr lustig und der Tempel war echt cool! Vor allem weil kaum andere Touris da waren, da der Tempel ein bisschen außerhalb ist. Dafür waren aber recht viele Inder dort und das hat den Tempel erst so richtig interessant gemacht. Danach waren wir noch in der Stadt auf einem Basar, aber leider haben wir nicht so richtig geshoppt, weil wir etwas eingeschüchtert von dem aggressiven Verkaufverhalten der Inder waren. Sie haben uns teilweise sogar den Weg abgesperrt (natürlich nicht böswillig aber voller verkäuferischem Elan), nur damit wir in ihren Shop gehen. Sehr seltsam. Das hat bei uns aber meist den Effekt erzielt, dass wir überhaupt nicht mehr in ihren Shop gehen wollten und sicher auch nicht mit "only looking, with no pressure to buy". Weil wenn er mich schon mit "pressure" in seinem Shop reinzwingt, dann bringt er mich sicher auch mit pressure dazu, etwas zu kaufen.

Allgemein ist der Geschäftssinn der Inder manchmal etwas zu hinterfragen. In Agra haben wir zum Beispiel einen EC-Automaten gesucht. Also haben wir einen Inder gefragt, ob er weiß, wo der nächste ist. 

Er hat gesagt: Ich kann euch Geld wechseln. 

Wir haben gesagt: Danke für das Angebot, aber wir möchten Geld abheben.

Er hat gesagt: Okay, aber ich kann euch Geld wechseln.

Wir haben gesagt: Nochmals danke, aber wir haben kein Geld zum Wechseln.

Er hat gesagt: Möchtet ihr kein Geld wechseln?

Wir haben gesagt: Nein, wir möchten kein Geld wechseln. Wir müssen Geld abheben. Weißt du, wo der nächste Bankautomat ist?

Er hat gesagt: Okay, der nächste Bankautomat ist da vorne links. Aber wenn ihr Geld wechseln wollt, dann könnt ihr das bei mir machen.

Crazy Sache! Und heute ist einer 10 Minuten neben uns hergelaufen und wollte uns eine Massage anbieten.

Er: Wollt ihr eine Massage?

Wir: Nein, danke!

Er: Wollt ihr wirklich keine Massage?

Wir: Nein, danke! Wirklich nicht. Wir haben keine Zeit!

Er: Ich bin Masseur!

Wir: Oh schön! 

Er: Ich möchte euch gerne massieren!

Wir: Hmm, danke für das Angebot, aber wir wollen wirklich nicht massiert werden.

Er: Aber ich bin staatlich geprüfter Masseur.

Wir: Aha, das ist sehr gut. Wir möchten aber wirklich nicht massiert werden, wir machen gerade eine Sightseeing-Tour!

Er: Ich kann alle möglichen Massagen: Ayurveda-Massage, blablabla-Massage, ...

Wir: Wir haben keine Zeit und auch keine Lust auf eine Massage.

Er: Ich kann den Körper, den Nacken oder das Gesicht massieren.

Wir: Aaah! Sehr gut! Wir möchten wirklich nirgends massiert werden. Wirklich nicht!

Er: Ich kann euch massieren, ich bin staatlich geprüfter Masseur!

Wir: ----keine Antwort, betretenes Schweigen ----

Er: Darf ich euch massieren?

Ich (eher grimmig): NEIN!

Er läuft ein paar Schritte weiter, dreht sich um und der Dialog beginnt ähnlich wie oben nochmal. Echt verrückt. Nach 10 Minuten oder so, hat er endlich aufgehört uns die Massage anzubieten.   

 

Oh mann! Und solche Dialoge führen wir teilweise mehrmals täglich. Manchmal ist das echt zum Totlachen. 

Aber ansonsten gefällt es uns mittlerweile jeden Tag besser, weil wir uns auch schon ein bisschen an ein paar Gegebenheiten gewöhnt haben und ein bisschen besser wissen, wie die Kuh läuft, sozusagen.

Morgen geht es ja schon auf nach Pushkar, auf den größten Kamelmarkt der Welt!

Darauf bin ich ja auch schon sehr gespannt.

 

Viele liebe Grüße

Andy und Lydia

JAIPUR, die Erste

Namaste zusammen,

heute war mal wieder ein crazy Tag.

Wir sind ja heute morgen schon um 5 los, weil wir mit dem Zug nach Jaipur - the pink city gesaust sind. Jedenfalls ist uns, als wir das Hotel frühmorgens verlassen haben, gleich ein fröhlicher Inder entgegengerast, der ja unbedingt wollte, dass wir uns von ihm zum Bahnhof fahren lassen.  Da es uns egal war, dachten wir auch, wir fahren doch gleich mit dem engagierten Rikscha-Fahrer mit. Als er losgefahren ist, hat er sich noch eine Zigarette angezündet (kein Problem) - aber als wir dann Fahrt aufgenommen haben, habe ich bemerkt, dass es keine normale Zigarette, sondern ein Joint war! Dann ist uns auch aufgefallen, dass unser Fahrer voll fröhlich rumgerast ist und immer, wenn er andere Rikschas überholt hat, hat er voll laut "Rigggadiggadingding" gerufen und sich halb totgelacht. 

Wirklich sehr beunruhigend, aber er hat uns trotz seines Rausches sicher zum Bahnhof gebracht. Gott sei dank.

Die Zugfahrt war dann eigentlich ganz okay und in Jaipur haben wir jetzt voll das schöne Hostel mit echt netten Leuten gefunden. Dann wollten wir mit der Rikscha in die Stadt reinfahren - zu einer bestimmten Stelle - aber unser Rikschfahrer meinte ja, er wisse viel besser, was wir heute machen sollen und hat uns so lange beschwatzt, bis wir damit einverstanden waren, dass er uns die Stadt zeigt. Dann hat er uns zuerst einen Tempel gezeigt und dann meinte er, ob wir Elefanten sehen wollen. Eigentlich war ihm unsere Antwort relativ egal und er hat uns dann einfach zu den Elefanten gefahren. Ich bin allerdings ziemlich erschrocken, als die Elefanten dann auf ganz kleinem Raum zusammengedrängt standen und angekettet waren. Kein schöner Anblick. Naja, dann zudem hatte ich auch ein wenig Angst vor den Elefanten, weil ich finde die sind ja schon sehr groß und auch sehr dick und es ist nicht so toll, einfach an denen vorbeizuspazieren. Wir sind dann zu einem hin (beziehungsweise wurden von dem Rikschafahrer und einem der Angestellten voll hingedrängt) und sollten unbedingt ein Foto mit dem Elefant machen. Es war allerdings ein bisschen komisch, weil der Angestellte ja unbedingt wollte, dass der Elefant seinen Rüssel hochhebt und dem Elefanten irgendwas ekliges aus dem Rüssel getropft ist! Iiiiih! Mein Fokus während dieses Shootings lag also eher darauf, nicht von dem ekligen, schleimigen Rotz aus dem Elefantenrüssel getroffen zu werden. Naja, wir haben dann ratzfatz das Foto gemacht und sind wieder raus und wurden von unserem Rikschafahrer in eine Textilfabrik gefahren. Dort haben sie uns dann gezeigt, wie man die indischen Tücher bedruckt, danach haben sie in einer ca. 1-stündigen Verkaufsshow alle möglichen Tücher und Tischdecken vor uns ausgebreitet. Da aber alles teuer war und wir eigentlich nichts wollten, hat Andy aus goodwill eine Tischdecke gekauft und dann sind wir wieder nach Hause gefahren worden. 

Morgen hoffe ich, dass wir wieder mehr Einfluss auf unsere Tagesgestaltung haben als unser Rikschafahrer. Aber wir werden sehen.

Grüße

Andy und Lydia 

AGRA - auf den Spuren des alten Shah Jahan

Heute morgen sind wir nach der Fahrt in einem Zug, von dem ich eigentlich dachte, dass er direkt in die Hölle fährt, in Agra angekommen.

Zuerst muss ich aber noch auf die Zugfahrt eingehen, da Andy sie als ganz okay eingestuft hat: ICH FAND SIE NICHT OKAY!

Ich habe gestern ab 15 Uhr nichts mehr getrunken, weil ich unter keinen Umständen im Zug (der um 17:20 abfuhr) auf's Klo gehen wollte. Aus meinem Reiseführer und aus verlässlichen Quellen wusste ich nämlich, dass die Toiletten für mich definitiv nicht benutzbar waren (das wusste ich auch schon, ohne sie gesehen zu haben). Naja, wie es der Teufel so will, musste ich ab 17:30 Uhr auf's Klo. Da ich aber, nachdem ich die Klos gerochen hatte, sowieso wusste, dass ich unter keinen Umständen da drauf gehen würde, waren die folgenden 13 Stunden für mich ein Ringen mit meiner Blase! Keine guten Voraussetzungen für eine gemütliche Fahrt mit der Bummelbahn!

Zudem war dann auch noch der Ventilator in unserem Abteil kaputt (er hat sich angehört wie ein alter Rasenmäher) und wir mussten ihn ausschalten. Dann war es so heiß, dass ich fast zerflossen wäre. Und als ob das noch nicht genug wäre, war es im Zug auch noch so laut wie in einer Bar. Das hat sich dann aber ab 23 Uhr oder so gelegt und dann war die Fahrt EIGENTLICH ganz okay. Nervig war nur, dass die ganze Nacht Verkäufer schreiend durch unser Abteil gerannt sind und CHAI TEA oder irgendwelchen anderen Krams verkaufen wollten. Aber ich habe trotzdem gut geschlafen, von daher darf ich mich nicht beschweren. 

Jedenfalls sind wir dann heute morgen in Agra angekommen und haben, nachdem wir unser Hotel bezogen hatten, gleich mal den Taj Mahal angeschaut. Der ist wirklich total beeindruckend. Ich dachte ursprünglich gar nicht, dass mich dieses Denkmal so sehr interessiert, aber das war echt cool! Es sieht ein bisschen aus wie eine Fata Morgana oder wie aus Elfenbein. Wirklich cool und definitiv eine Reise wert!

Als wir aus dem Taj Mahal raus sind, wollten wir zum Agra Fort fahren. Andy wollte eigentlich mit einem Elektrobus fahren, aber die Rikscha-Fahrer sind nur so auf uns zugerast. Einer wollte dann immer mit dem Andy reden, aber da Andy ihn mehrfach ignoriert hat, hat er sich an mich gewandt (obwohl Inder ja eigentlich so gut wie nie mit mir reden, wenn der Andy dabei ist, aber in der Not frisst der Teufel ja bekanntlich Fliegen). Dann hat er zu mir gesagt "Ma'am, this is not a normal Rikscha! It's a rikscha with a horse". Dann hat er auf einen alten Karren gezeigt, dem ein total dünner Klepper von Pferd vorangeschnallt war. Ich habe natürlich auch sofort verneint, aber als wir uns die Rikschas so ein bisschen angeschaut haben, ist uns aufgefallen, dass es hier verdammt viele Rikschas mit Kamelen, Pferden, Mofas, Mopeds, ... gab. Wir kannten bisher nur Motor- oder Fahrradrikschas. Sehr lustig. Dann sind wir jedenfalls mit der Moped-Rikscha zum Agra-Fort gerauscht. 

Das Agra-Fort war nach dem Taj Mahal eigentlich unspektakulär. 

Ansonsten gab es eigentlich heute nichts besonderes mehr.  Wir müssen morgen schon wieder um 5 aufstehen, weil wir danach mit dem Zug nach Jaipur weiterfahren - yippiehyayo (ironisch zu verstehen im Bezug auf's Aufstehen und die Zugfahrt, Ernst gemeint als Vorfreude auf Jaipur). 

Viele liebe Grüße

Andy und Lydia